Der Vortrag fand im Rahmen des Expertenseminars »The Significance and
Implications of European Environmental and Energy Policies« statt.
Dabei verwies Umbach auf die Ergebnisse des Märzgipfels der EU und
ihres Energieaktionsplanes. Sollte dieser wie beschlossen umgesetzt
werden und die geplanten Pipeline- und Flüssiggasterminals in Betreib
gehen, die eine Kapazität von mehr als 100 bcm von nicht-russischem Gas
nach Europa bringen, so dürfte der europäische Gas(import)bedarf
erheblich sinken und und so die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus
Russland verringert werden. Allerdings gilt dies nicht für die neuen
EU-Staaten, solange nicht das Nabucco-Projekt und andere Vorhaben
umgesetzt werden. Laut Umbach würde dies einen wirklich einheitlichen,
liberalisierten Energie- und Gasmarkt in Europa erheblich in Frage
stellen und zu einer problematischen Fragmentierung führen. Dies
wiederum hätte erhebliche Auswirkungen auf die Energie(außen)politik
der EU, die europäische Nachbarschaftspolitik und die GASP im
allgemeinen. Unter diesen Umständen wäre eine gemeinsame
Russlandpolitik noch schwieriger und die EU könnte sich kaum als ein
strategischer Akteur in der globalen Konkurrenz behaupten.
