Im Anschluss an die Vorträge des lettischen Premierministers Aigars
Kalvitis, des CEO des estnischen Energieunternehmens EESTI Energie,
Sandor Liive, und des Kabinettschefs des EU-Kommissars für Energie,
Andris Kesteris, diskutierten die Teilnehmer die verschiedenen Aspekte
europäischer Energiepolitik. Im Mittelpunkt der Diskussion standen
dabei insbesondere der im März 2007 von der EU-Kommission
verabschiedete Energieplan, die Chancen einer gemeinsamen
EU-Energieaußenpolitik und dabei vor allem die Möglichkeiten die
baltischen Staaten in eine solche zu integrieren. Darüber hinaus wurde
auch die Ostseepipeline überaus kritisch diskutiert.
Frank Umbach lobte dabei zunächst die Tatsache, dass die EU seit
der ukrainischen Gaskrise und insbesondere seit dem EU-Frühjahrsgipfel
im März 2007 eine weitgehend kohärente Strategie in ihrer
Energiepolitik gefunden habe, gleichzeitig mahnte er aber auch die
weiterhin bestehenden Defizite und Risiken für die europäische
Energiesicherheit an. Dabei verwies er insbesondere auf die russische
Außenpolitik, die sich aktiv ihrer Ressourcen bedient, um strategische
Interessen durchzusetzen. Dabei wird von Seiten des Kremls auch
versucht, europäische Alternativprojekte speziell zur Ostseepipeline zu
torpedieren und die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU gegeneinander
auszuspielen, was – so Umbach – eine gemeinsame und kohärente
EU-Energiepolitik umso notwendiger mache.
