Zwar hatte Washington angekündigt, eine »nachhaltige Reformrevolution« der UN in Gang zu setzen. Jedoch wird sich laut Josef Braml in der Substanz wenig an der bislang vorherrschenden US-Strategie des instrumentellen bzw. selektiven Multilateralismus ändern. Der amtierenden US-Regierung geht es weiterhin vorrangig darum, mittels der Weltorganisation amerikanische Interessen zu fördern bzw. zu legitimieren. Die Finanzierung soll künftig stärker auf freiwilliger Basis erfolgen. Die UN sollen so dazu gebracht werden, ihre Transparenz zu erhöhen und ihrer Rechenschaftspflicht verstärkt nachzukommen. Durch regelmäßige Programmevaluierungen könnten Einsparungen erzielt und die insgesamt knapperen Ressourcen den von den USA als nützlich angesehenen Aufgaben zugewendet werden (das sind vor allem die neu geschaffene UN-Friedenskonsolidierungskommission und der Demokratiefonds).
