Deutsch-französische „Agenda 2020“ unzureichend

Interview mit Dr. Claire Demesmay
05.02.2010 | Die Welt

Dr. Claire Demesmay, Leiterin des Programms Frankreich / Deutsch-französische Beziehungen der DGAP, bewertet in einem Interview für „Die Welt“ die Ergebnisse des 12. deutsch-französischen Ministerrats vom 4. Februar 2010 in Paris als „unzureichend“. Zwar beinhalte die „Agenda 2020“ insgesamt 80 deutsch-französische Projekte, es mangele jedoch an großen Initiativen. Zu zurückhaltend habe die deutsche Seite auf Vorschläge Frankreichs reagiert, sagt Claire Demesmay. So scheitere Sarkozys Vorschlag, einen deutsch-französischen Ministerposten zu schaffen, letztlich am deutschen Veto. Unter der „Agenda 2020“ sollen 200 deutsch-französische Kitas, ein bilaterales Jugendparlament und ein gemeinsames Schulbuch zur Geschichte der europäischen Integration entstehen. Hauptthemen wie Wirtschaft und Finanzen seien jedoch vernachlässigt worden, was die weitere Gestaltung der Euro-Zone erschwere, so Demesmay.

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