"Die Zeit der Annäherung an Europa ist vorbei"

Veröffentlicht am 2008-08-26.

Interview mit DGAP-Experte Alexander Rahr zum Kaukasus-Konflikt

 

In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" verglich Alexander Rahr den Georgien-Konflikt mit der Kuba-Krise. Die westlichen Eliten seien in den letzten Jahren davon ausgegangen, Russlands Großmachtanspruch durch Kooperationsangebote wie G-8 Mitgliedschaft und einen möglichen WTO-Beitritt eindämmen zu können. Diese Auffassung habe sich jetzt als Irrtum erwiesen, so Rahr. Der Russland- Experte sagte, Moskau demonstriere durch sein Vorgehen im Kaukasus die Absicht, seine Kontrolle über die rohstoffreiche Region auszuweiten. Gleichzeitig sollen den USA und Europa die Grenzen ihrer Macht aufgezeigt werden. Rahr zufolge ist nun die Frage der Anerkennung der beiden Republiken durch andere Staaten von zentraler Bedeutung. Eine wichtige Rolle könnte hierbei die Türkei spielen, welche schon länger inoffizielle Wirtschaftskontakte mit Abchasien unterhält. Trotz der gegenwärtigen Eskalation insistiert Rahr darauf, die Kontakte zu Russland nicht abzubrechen.

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