Foto: CC-lizensiert von roxannejomitchell
Anlässlich des Besuchs von US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama in Berlin am 24. Juli hat Jan Techau, Programmleiter des Alfred von Oppenheim-Zentrums für Europäische Zukunftsfragen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), vor übertriebenen Hoffnungen auf eine substanzielle Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen gewarnt, falls Obama zum nächsten US-Präsidenten gewählt wird. „Bush ist in Deutschland so unbeliebt, dass die Mehrheit der Bevölkerung in Barack Obama einen Erlöser sieht. Aber das ist nicht realistisch,“ sagte der DGAP-Experte. Zwar werde Obama einen partnerschaftlicheren Umgangston mit seinen europäischen Verbündeten pflegen. Doch was die Anforderungen an die europäischen Partner betrifft, unterscheide sich der demokratische Präsidentschaftskandidat nur wenig von der seines Vorgängers und seines konservativen Rivalen John McCain. „Wenn Obama Präsident wird, würde er genau dasselbe von uns verlangen wie sein Vorgänger: Zum Beispiel ein stärkeres Engagement in den Bereichen Afghanistan, Iran und Irak.“ Gerade weil er bei den Deutschen so beliebt ist, wird es sogar schwieriger sein, sich solchen Forderungen in Zukunft zu widersetzen. „Wie können wir jemand etwas abschlagen, den wir alle mögen?“
DGAP-Experte Techau rechnet damit, dass Obama bei seinem Besuch in Berlin diese kontroversen Themen nur allgemein ansprechen, aber keine konkreten Forderungen stellen wird. „Derzeit ist Obama nur ein Kandidat und noch nicht Präsident. Deshalb wird er bei öffentlich gemäßigte Töne anschlagen, um Sympathie werben.“ Zudem sucht er mit seinem Auftritt in Berlin der Kritik seiner Gegner begegnen, die ihm mangelnde außenpolitische Erfahrung vorwirft. Es sei jedoch anzunehmen, dass Obama seine Position deutlich formuliert, sobald er im Amt ist. Dies auch zu Recht, so DGAP-Experte Techau. Langfristig dürfe sich die Bundesregierung dem Wunsch nach einer stärkeren Beteiligung an US-Auslandseinsätzen nicht entziehen. „Die Sicherheit in Deutschland kann davon abhängen, was auf der anderen Seite der Erde passiert. Deutschland ist Mitglied der NATO und muss seinen Bündnisverpflichtungen nachkommen. Und wer möchte, dass die Menschen in Afghanistan oder dem Irak in Frieden und Würde leben können, sollte dazu auch einen Beitrag leisten.“
Folgende Mitarbeiter stehen bei der DGAP für Analysen rund um den Besuch von Barack Obama in Berlin zur Verfügung:
Jan Techau, Programmleiter Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen
Dr. Josef Braml, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Programms „USA/Transatlantische Beziehungen“
Simon Koschut, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Programms „USA/Transatlantische Beziehungen“
Alexander Skiba, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Annette Kaiser
Rauchstr. 17/18
10787 Berlin
Tel. 030-25 42 31-32
Fax 030-25 42 31-16
a.kaiser@dgap.org
www.dgap.org

